Ja ich mache viele Fotos von anderen, tollen Menschen – darum geht es hier aber nicht.
Fotos sind die Vergangenheit
Egal wie man es dreht und wendet: Fotos zeigen immer die Vergangenheit (zu mindestens solange es noch keine Zeitreisen gibt).
Ich denke jeder kennt dieses komische Gefühl, wenn man (ur)alte Fotos anschaut und sich denkt: „Bin das ich?!“. Einfach weil Sie älter sind, man vielleicht weniger oder mehr gewogen hat, eine andere Haarfarbe hat oder man neben einem Ex-Partner steht und sich wundert dass man mit dieser Person zusammen war.
In der Regel vergisst man das schnell, lacht vielleicht drüber oder freut sich. Doch wie geht man damit um wenn man weiß, dass man später komplett anders aussehen wird?
Ich hass(t)e Fotos von mir
Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich nie ein großer Fan davon war vor der Kamera zu sein, dahinter fühle ich mich deutlich wohler. Selfies? Existieren kaum welche von mir. Fotos von Aktivitäten? Meist war ich schneller als der Auslöser. Klar es gibt hier und da Fotos wo ich drauf bin, in der Regel waren das auch schöne Momente oder Tage wo ich wirklich viel Spaß hatte. Meist sind es welche mit Freunden drauf, aus dem Urlaub, nach einer langer Nacht (oder mittendrin) oder nach dem Abschluss von schönen Fotoprojekten.
Fun Fact: diese Fotos sind zu 85% durch Instant oder Analog Kameras entstanden , unveränderbar und wirklich aus dem Moment heraus. Doch was soll ich jetzt mit denen machen?
Wie andere das handhaben
Im eigenen Umfeld/Gruppen bekomme ich oft mit, wie das andere handhaben (es gibt immer wieder ausgiebige Diskussionen zu dem Thema). Oft ist es so, dass viele diese Fotos so sehr hassen/verabscheuen dass sie kurzerhand vom PC, Telefon, Festplatten, Cloud, etc. gelöscht werden und physische Fotos vernichtet werden.
Wie ich es handhaben werde
Eine Lehre konnte ich bereits durch andere Ereignisse ziehen: Alle Fotos aus der Vergangenheit zu löschen ist dumm.
Wie ich das gemerkt habe? Aus Frust, Wut und Enttäuschung habe ich die Fotos aus meinen Beziehungen gelöscht. Das tat damals super gut und war befreiend – irgendwann habe ich es aber sehr bereut.
Ich habe praktisch den ganzen Zeitraum an Erinnerungen in Bildform ausgelöscht, als ob in der Zeit fast nichts passiert wäre. Heute wünschte ich, ich könnte es Rückgängig machen. Allerdings ist das löschen dafür schon viel zu lange her.
Ich will die Fotos auch nicht vernichten, die Überlegung war kurz da, wurde aber verworfen. Denn die Fotos sind bei schönen Dingen entstanden, an die ich mich gerne erinnere. Über meinem Bett hängt mittlerweile eine gute Sammlung an Instant Fotos, 80% sind mit Freunden und mir. Auch wenn ich mich selbst nicht gerne auf den Fotos sehe, denke ich daran wieso das Foto entstanden ist und bin dann wieder glücklich.
Ich denke die Fotos werden mit der Zeit neuen weichen müssen – bekommen dann aber einen schönen Platz in einem Fotoalbum. 25 Jahre lassen sich auch nicht mal eben so auslöschen/vergessen, 25 Jahre an Erlebnissen und Erinnerungen will man glaube ich auch nicht komplett vergessen – ich zumindest nicht.
So langsam mag ich Fotos
Etwas woran ich eher weniger geglaubt habe und trotzdem passiert es, schleichend. Mittlerweile gucke ich gerne mal in die Spiegel und sehe mich, mache mal ein Foto für Freunde oder einfach aus Spaß. Ich sehe selbst, wie sich das ein oder andere verändert und bin jedesmal happy drüber wenn ich merke, dass meine Haare wieder ein mini Stück länger geworden sind.
Das ist tatsächlich etwas, was ich vor ca. einem Jahr noch für unmöglich gehalten hätte. Das macht mich glücklich.