Ist ein schönes, keine Frage. Zeitgleich kommt die Frage: ab wann hat man jemanden geholfen oder hilft jemanden aktiv?
Muss man diese Person dafür kennen? Muss man aktiv Kontakt mit ihr haben?
Klare Antwort: nein muss man nicht.
Ein kurzer Rückblick auf Sonntag (27.01.2019), an diesem Tag habe ich die Instagram Story von einzig-art-ICH übernommen. Die gesamte Woche beschäftigte sich mit anderen Leuten welche selbst Transgender sind, in diesem Zuge fand natürlich auch die Übernahme statt. Bereits am Montag postete Vanessa meine „Story“.
Fragen, viele Fragen
Das war eine Sache die ich erreichen wollte und denke ich auch geschafft habe. Ich war an dem Tag gut 3 Stunden damit beschäftigt die Fragen von vielen zu beantworten, viele Leute die die grobe Thematik kannten aber dennoch vieles fremd war. Teilweise musste ich über die ein oder andere Frage schmunzeln, am Ende des Tages war ich auch sehr glücklich über die reine Menge und dem damit gezeigten Interesse – aber auch erschöpft.
Ich kam kaum noch hinterher Follower Anfragen zu prüfen und zu bestätigen oder abzulehnen (ja auch das passiert, z.b. bei leeren Profilen).
Die Fragen findet ihr übrigens ganz unten im Beitrag.
Dann kamen die ersten Privat Nachrichten
Kurz nach 20uhr habe ich den Account wieder verlassen, mit der Info dass man mir gerne auch privat schreiben darf bei Fragen. Das taten auch manche, einige bekundeten wie toll und klasse sie meine Offenheit fanden, andere dass ich versucht habe alles bestmöglich zu beantworten. Dann waren da aber noch 5 Nachrichten. 5 Nachrichten von Leuten denen ich Kraft geben konnte, 5 Leute die mir nach meiner Story schrieben sie werden den Weg der Transition auch einschlagen – dies kam natürlich nicht in der ersten Nachricht sondern nach einem längeren Chat.
Ein Mix aus Freude, Wut und Trauer
So fühlte ich mich. Ich war wirklich glücklich darüber dass ich, ich meine ICH, Leuten geholfen habe einen Weg zu gehen den Sie schon länger gehen wollen aber es nicht machen. Doch wieso? Sie haben alle, wie ich, Angst.
Angst in der Gesellschaft nicht angenommen zu werden, Angst ausgegrenzt zu werden. Von Arbeitskollegen, Klassenkameraden, Freunden, Familie. Das ist es, was mich wütend zu gleich macht, besonders weil ich es kenne. Das alles nur, weil bei uns immer noch so vieles beschissen läuft, weil dort draußen so viele homophobe&transphobe Arschlöcher unterwegs und Leute, die nicht verstanden haben dass wir in einer offenen und toleranten Gesellschaft Leben sollten in der jeder gleichwertig behandelt wird.
Die Steine im Weg
Diese art Mensch sind riesen Steine, je nach Bundesland, Region, Stadt sind es mehr oder weniger. Unnötige Hindernisse auf einem Weg der ohnehin schon anstrengend genug ist. Kennt Ihr Takeshi’s Castle? Wo die Leute die Treppe hoch rennen müssen und von oben die Pappmaschee Steinkugeln runter rollen? Ungefähr so – nur ist es real.
Helfersyndrom olé
Eines meiner größten Probleme, vielleicht aber auch eine meiner besten Eigenschaften ist der Drang anderen zu helfen. Nicht zwingend beim Umzug oder der Autoreparatur (glaubt mir, da will niemand meine Hilfe), allerdings bei allem was anderen auf die Psyche schlägt.
Wieso so eine gute Eigenschaft ein Problem ist? Ich vernachlässige meine eigenen Probleme – solange bis sie mir zu Kopf steigen und ich unter dieser Last komplett zusammenklappe. Meist passiert dies in einem für mich sicheren Umfeld, weil ich es bis dato ganz gut unter Kontrolle hatte. Doch der letzte Dienstag zeigt: auch das habe ich nicht mehr so wirklich, Panikattacke im Büro – YAY!
Trotzdem hält mich sowas davon nicht ab, anderen zu helfen – so gut ich in dem Moment helfen kann. Manchmal ist es nur was einmaliges, wenn jemand gerade was Liebeskummer hat, frustriert vom Partner ist oder ähnliches.
Gleich und Gleich gesellt sich gern
Der Spruch kommt wohl nicht von ungefähr, gefühlt hat jede zweite Person die ich kennen lerne einen Knacks, mal größer mal kleiner. Meistens baue ich zu diesen Menschen schnell eine starke Bindung auf, wie ein Beispiel an einer sehr guten Freundin zeigt. Wir hatten vor einigen Monaten kaum Kontakt, gelegentlich hier und da mal ein Kommentar bei Instagram – mittlerweile schreiben wir jeden Tag. Nicht immer viel, aber wir haben dadurch beide einen festen Bestandteil im Tagesablauf, jeden Abend schreiben wir uns was am Tag gut war, selbst wenn es nur das Zähneputzen, der Kaffee oder das aufstehen selbst war.
Und die Beziehung welche wir zueinander haben ist weiter über dem Selbsthilfe-gechatte. Würde man mich fragen, welche Personen zu meinen engsten Freunden gehören, ihr Name wäre recht weit oben.
Helfen hilft, mir zumindest
Ich hab ein gutes Gefühl wenn ich weiß, jemanden geholfen zu haben. Kein Eigenlob, sondern das Gefühl etwas bewirkt zu haben, selbst wenn es nur etwas kleines war: ich konnte helfen.
Und dies ist ein schönes Gefühl. Helft anderen einfach öfter&mehr – so gut ihr könnt. Auch wenn es nur mal die Tür aufhalten ist. Es lohnt sich.
Die Bilder aus der Story
Hier findet ihr noch ein Sammelsurium aus der besagten einzig-art-ICH story.



























































