Wieder einmal schreibe ich hier, hervorgehend aus einer miesen Laune die für die meisten vermutlich in keinster Form verständlich ist.
Auf den Auslöser direkt will ich nicht groß eingehen, auch zum Selbstschutz. Ich bin nur mal wieder enttäuscht und fühle mich hintergangen von Leuten. Es ist fast so wie damals in der siebten Klasse, als man systematisch Mittel und Wege suchte um mich zur Weißglut zu bringen damit ich total durchdrehe und ich wieder was “lustig dummes” mache damit es was zum reden gibt.
Verzerrte Wirklichkeit
Dass die Leute versuchen in sozialen Medien nur das schöne zu zeigen ist kein Geheimnis mehr, um fair zu sein gab es all das aber auch schon vor Instagram, Facebook & co. – da war es dann nur nicht so Bild lastig. Wenn am nächsten Tag in der Schule über das erlebte am vorhergegangen Tag gesprochen wurde, hat man es nur in Worten mitbekommen. Allerdings sah man dabei die Freude in den Gesichtern. Und ich? Ich wurde zu sowas nie mitgenommen, obwohl es in der großen Gruppe ein paar gab die wussten, dass es mir genauso viel Spaß gemacht hätte. Man wollte mich einfach nicht.
Entsprechend bestand mein Alltag aus aufstehen, Schule, heim kommen und die Zeit bis zum schlafen mit Videospielen überbrücken. Ich denke da ging es sehr vielen ähnlich, und geht es noch immer so. Mich selbst irgendwo einbringen? Unmöglich. Die Angst dabei die direkte, aktive Ablehnung zu spüren war gewaltig – also wurde es nie versucht. Wahrscheinlich wäre es anders verlaufen als mein Kopf sich das dachte.
Mein Kopf – der Verräter
Zeitweise liebe ich, was mein Kopf sich erdenkt. Geschichten, Bildideen, Phantasien – alles wunderbar, bis zu dem Punkt wo mein Kopf gegen sich selbst arbeitet. Meist ist der Auslöser etwas vermeintlich harmloses, ein Bild auf Instagram oder eine Erzählung von Freuden. Oft denke ich mir dabei nichts besonderes. Interessant wird es dann, wenn ich etwas sehr ähnliches von jemand anderes mitbekomme und dann vielleicht noch wem dritten etc.. Dann legt mein Kopf so richtig los, so sehr dass es meinen Körper müde macht&schwächt – wie ein Dämon nährt dies aber meinen Kopf bis er in voller Fahrt ist und ich mir einrede, dass man mich nicht dabei haben wollte. Ich bin die, die Immer kritisch ist und die Laune töten könnte. Ich bin immer die die so “negativ” ist – nur weil ich auch darüber poste&schreibe wenn es mir richtig dreckig geht. Das traurigste und schmerzhafteste was ich dann zu hören bekomme ist “du willst nur Mitleid”- Nein – will ich eben nicht.
Ich will einfach nur zeigen wie es einigen, nicht gerade wenig, Menschen geht und das eben nicht alles nur perfekt ist. Was ich in dem Moment gerne hätte, wäre jemand der bedingungslos zu mir kommt und mich einfach versucht abzulenken und mich wach rüttelt, rauszieht aus diesem Treibsand an eigenen Lügengebilden im Kopf – doch das passiert nicht. Weil ich es oft ablehne.
Der Teufelskreis
Ich lehne das ab, weil ich gefühlt immer alleine war mit sowas (ich kannte ja auch kaum andere Menschen). Das ist dann allerdings wie ein noch tieferer Schnitt in die eh schon klaffende Wunde. Ich bräuchte in dem Moment wen, das weiß ich – aber mein Kopf weiß, dass Ihm das schaden würde. Er könnte dann nicht mehr gegen mich arbeiten.
Sobald Leute dann davon überzeugt sind, ich würde das schon alleine packen nimmt sich mein Kopf genau diese Situation und dreht Sie um. “Egal wie sehr Du um Hilfe schreist, keinen Interessiert es” – das ist das Resultat davon und verpasst mir den nächsten Schlag.
Ein Name für das alles
Bekanntlich kann es helfen, Dingen einen Namen zu geben um damit besser umzugehen. Über einen Zufall fand ich heraus: gibt es bereits. FOMO – Fear of Missing Out. Alleine dieser Name ist schon schlüssig in sich selbst.
Richtig umgehen kann ich damit nach wie vor nicht, denke ich. Immerhin schaffe ich es zu reflektieren, das größte Problem (für mich) ist dabei dieses “live” mitbekomme. Es tut um ein vielfaches mehr weh wenn man zeitgleich von vielen mitbekommt, dass jetzt gerade etwas geiles stattfindet – und ich bin wieder mal nicht dort.
Bekomme ich sowas einige Tage später mit, ist es schon einfacher das aufzunehmen und in die passende Gefühls-&Gedankenschublade abzulegen. Bei sowas muss ich immer an “Alles steht Kopf” denken – schon vor dem Film habe ich mir vorgestellt dass es im Kopf wohl so aussehen könnte, gerade deshalb nimmt mich dieser Film auch emotional sehr mit.
Regelmäßigkeiten im Leben
Vielen geht es so, dass es leichter fällt Routinen ins Leben ein zubauen. “An Tag X einkaufen”, “Tage zum duschen festlegen”, etc.. Ich selbst habe mir auch kleine Routinen gebaut, Sie helfen mir stellenweise sogar sehr um mich zu erden und mir zu zeigen “alles ist gut, alles läuft wie du es geplant hast”. Entsprechend niederschlagend ist es, wenn Routinen nicht umgesetzt werden können, besonders schlimm ist wenn dies durch etwas hervorgeht worauf ich keinerlei Einfluss habe.
Ein Beispiel war mein Krankheitsausfall die letzten zwei Wochen, ich konnte an meinen festgelegten Tagen nicht zum Sport – mich hat es wahnsinnig gemacht. Bei den Bildermädchen NRW gibt es eigentlich immer ein Treffen pro Monat, manchmal fällt das jedoch einfach aus, oder ich kann selbst nicht. Beides ist negativ für mich und meinen Kopf. In der Regel jedoch verkraftbar.
Schlimmer wird es bei Veranstaltungen wo es etwas zu feiern gibt (Verlobung, Hochzeit, Geburtstag) – besonders wenn eine Regelmäßigkeit dahinter steht und diese dann einfach vernichtet wird. Dann rede ich mir erneut ein “Du bist die einzige die mal wieder nicht zu sowas eingeladen wurde” – und dann geht der obigen Prozess los und arbeitet solange, bis ich zerstört am Boden liege.
Mögliche Abhilfe
Vielleicht würde es mir helfen, einfach alles digitale zu löschen – so einfach ist es dann leider bei mir auch nicht. Ich bin ein Teil von all diesem, ich arbeite in der IT und arbeite am Wandel mit, auch wenn ich nur ein kleines Rad in der riesen Maschine bin, drumherum komme ich nicht.
Zusätzlich habe ich die Fotografie, dafür muss ich an bestimmten Stellen einfach vertreten und auch aktiv sein. Zudem will ich das auch. Ich will den Austausch mit Leuten und die entspannten kurzen und spontanen Kommunikationen.
Immerhin habe ich es geschafft mir Abstand zu bestimmten Person zu schaffen. Habe Sie entfolgt oder die Storys ausgeblendet. Ganz drumherum werde ich aber wohl nie kommen, mein Freundeskreis hat sich in den letzten Jahren zum Großteil über die Fotografie gebildet – irgendwer kennt am Ende immer irgendjemanden oder man begegnet sich am Ende auf Veranstaltungen. Immerhin hilft mir die Ablehnung dieser Leute mir gegenüber, dass ich selbst auf Abstand bleibe.
Früher wollte ich es immer allen recht machen, habe gebuckelt und versucht immer gut mit jedem zu sein – das geht einfach nicht. Das weiß ich, habe ich gelernt&akzeptiert. Es scheitert dann nur an der Umsetzung selbst – Leider.