Ich versuche mich gerade, wie so ziemlich jeder, durchs Leben zu kämpfen. Teilweise mehr schlecht als recht – immerhin geht es weiter.
Wieso Person XY es im Leben gerade schwerer hat als andere ist nicht immer ersichtlich. Manchmal weiß es die betroffene Person selbst nicht.
Ich für meinen Teil kann zumindest ein paar Probleme deuten.
Zu Viel gewollt
Zugegeben, die meisten Probleme sind in irgendeiner Form das Ergebnis der eigenen Entscheidungen und Handlungen. Mich stresst momentan sehr viel, eigentlich alles, was mit fremder sozialer Interaktion zu tun hat, wobei ich komplett auf MICH gestellt bin. Sei es einkaufen in Läden, das Reden mit Kunden auf der Arbeit, oder auch einfach nur das stumpfe bezahlen an der Tanke. Das sind normale Alltagssituationen die mir die Kraft entziehen – für alles. Ich hab Angst auf Unverständnis oder anderes zu treffen, ich fühle mich in so Momenten super unwohl und bin überzeugt davon, dass ich dann auch alles andere als selbstsicher auf andere wirke. Vermutlich eher wie ein Kind, welches panisch an der Kasse steht, während die Mutter nochmal in den Laden rennt um “schnell” was zu holen.
Das ist alles “selbstverschuldet”, kind of. Ich habe versucht mein Leben in kurzer Zeit in neue Richtungen zu lenken, auf ganz vielen Ebenen. Dass die Auswirkungen extrem werden könnten war mir bewusst – allerdings dachte ich zu dem Zeitpunkt auch dass ich genug Kraft dazu habe. Hatte ich auch, bis zu einem gewissen Punkt. Am Anfang war es super befreiend, wie eine Achterbahnfahrt in der das Adrenalin voll reinhaut und scheinbar alles von alleine seinen Lauf nimmt. Doch Irgendwann kommt dann der Punkt wo man aussteigt, mit zittrigen Beinen und merkt dann, dass es doch härter war als man ursprünglich annahm.
Da bin ich gerade, ich stehe mit zittrigen Beinen im Leben. Gefühlt ist gerade keiner so richtig da der mir unter die Arme greift und fragt “ist alles ok?”. Äußere ich meine Ängste/unwohl sein bekomme ich zu hören “Sei nicht traurig, dann geht alles einfacher” oder “stell dich nicht so an, jeder ist mal traurig.” Ja haha, ich bin aber nicht traurig sondern nervlich immer wieder am Ende. Vieles ist pure Anstrengung und gefühlt besteht mein Leben gerade nur noch aus arbeiten&sich Gedanken über die Zukunft machen. Dass dazwischen noch was anderes ist, ist aktuell eher die Ausnahme.
Ich würde gerne mehr raus, besonders bei dem Wetter – wenn man im Dachgeschoss wohnt. Alleine bekomme ich es allerdings kaum auf die Kette, mag lächerlich klingen, wird von anderen wieder runter gespielt oder ähnliches. Es klappt aber einfach (gerade) nicht. Ich brauche praktisch Wen der mich an die Hand nimmt, mir nen Arschtritt gibt und sagt “komm wir gehen raus”. Darüber würde ich mich freuen, selbst wenn es nur 10min sind in denen man redet. Ich wäre draußen und bleibe es dann vielleicht auch was länger, alleine.
Wenn ich mit jemanden unterwegs bin ist da wenigstens wer, mit dem man reden kann und (auch wenn es nicht nötig wäre) hinter dem man sich “verstecken” könnte.
Was ich gerade am liebsten Hätte
Wäre mehr Zeit. Für mich, um meine Gedanken vernünftig zu sammeln aber auch um meine Kreativität neu aufleben zu lassen statt erschöpft zu sein. Genauso aber auch Freunde die da sind, mich ggf. rauszerren oder auf mich zu kommen.
Du bist unglaublich stark!
Stark in der Hinsicht,das du diesen Schritt überhaupt gegangen bist ! Und noch stärker, weil du darüber redest.
Ich kenne dich kaum aber ich bin unglaublich stolz auf dich. Und diese Phasen gehören leider dazu..
die hab selbst ich obwohl ich nicht in deiner Situation bin..
Du schaffst das alles da bin ich mir sicher, und ich bin jetzt ein treuer Leser deines Blogs 🙂
Ps; sag Bescheid wenn du mal wieder in Köln bist/ oder vorhast dorthin zu kommen; evtl sieht man sich dann 🙂
Ganz liebe Grüße