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Dankbarkeit.

Dankbarkeit, das ist ein Wort was ich grundsätzlich mit dem Thema Kirche/Religion in Verbindung bringe. In vielen Predigen geht es darum Dankbar zu sein. Für mich war das immer ein Begriff mit klarer Bedeutung aber dennoch eine unbekannte Variable im Leben.

Denn für was ist man denn dankbar? Für was seid ihr dankbar? Ich glaube für die meisten sind Dinge wie ein Dach über dem Kopf, Essen im Kühlschrank, tolle Freunde&Familie selbstverständlich – dass so etwas nicht jeder hat vergisst man dann leider doch oft viel zu schnell und braucht immer wieder Erinnerungen daran, sonst gerät es schlichtweg in Vergessenheit.

Für mich sich selbst waren tolle Freunde und guter Familienzusammenhalt auch immer selbstverständlich, das war da – war es eigentlich immer. Doch wenn man an dem Punkt steht sein Leben auf den Kopf zu stellen bekommt man Panik: Wie werden die Reaktionen sein, wird sich was änder, WAS wird sich ändern?
Diese Ängste und Panik hatte ich und nicht gerade wenig. Von anderen die bereits den gleichen Weg gegangen sind bekommt man das ein oder andere mit, dass man die Familie ruinieren würde, dass man das schwarze Schaf ist oder sich die Familie im ganzen von einem abwendet.

Wenn sich Freunde abwenden ist das schade, traurig aber auch gut, denn solche Leute braucht man nicht im Leben. Aber Familie? Die sucht man sich schließlich nicht aus.
Ich persönlich habe am Ende erst mit meinen gut 24 ½ begriffen und realisiert, wie viel mir meine Familie eigentlich gibt. An Rückhalt, Kraft und Liebe – so bewusst habe ich das NIE war genommen, dafür bin ich dankbar. Andererseits finde ich es super traurig, dass ich eine Kehrtwende und ein super emotionales Gespräch brauchte mir dessen überhaupt klar zu werden.

Ich weiß nicht wie ich die letzten Monate überstanden hätte ohne den Rückhalt und die Kraft die mir dadurch gegeben wurde, das Wissen dass jemand da ist der mir zur Not Rückendeckung gibt oder einen Arschtritt um weiter zu kommen. Durch diese Momente habe ich aufgehört vieles als selbstverständlich anzusehen und viele Situationen viel bewusster wahrzunehmen.

Zur Stütze Familie kommt dann auf der anderen Seite noch mein Freundeskreis dazu. Ich wusste immer dass ich mich auf die Hand voll Freunde die ich habe verlassen kann, auf die einen mehr als auf die anderen was voll ok ist. Manche Freunde habe ich “neu” kennengelernt, ganz andere Seiten in Ihnen gefunden und ich denke umgekehrt war es nicht anders.
Ich habe mich Leuten geöffnet, anders als vorher und super viel Support zurück bekommen. Mir wurde so viel Hilfe angeboten, ungeachtet dessen dass man nicht bei allem helfen hätte können – aber die Geste dahinter war einfach schön und es tut gut zu wissen, dass man solche Freunde um sich hat, auch dafür bin ich super Dankbar!

Dankbarkeit für einen selbst? Geht das? Ich denke ja. Nicht nur für meine Soziale Umgebung in ich dankbar, sondern auch für mich selbst. Ich hatte&habe viele Probleme mir selbst, angefangen beim Köper, dem optischen bis hin zur Seele und dem Psychischen.
Da ist noch lange nicht alles perfekt, auf das Jahr betrachtet habe ich jedoch viel geschafft um aus mir selbst mehr rauszuholen. Ich verschließe mich deutlich weniger wenn es um neue Erfahrungen geht, ich versuche (zeitweise erfolgreich) mit mir selbst/alleine glücklicher zu sein, mich nicht von anderen Abhängig zu machen und offener allem neuen Gegenüber zu sein. Das klappt nicht immer besonders gut, allerdings bin ich grundsätzlich nicht mehr “anti alles”.

So verrückt es am Ende auch klingt: Ich bin genauso dankbar für all das schlechte was dieses Jahr passiert ist: Ein mehrmals angeknacktes Herz genauso wie angeknackste Herzen. Ich habe gelernt mit vielem davon umzugehen, auch wenn es zeitweise schwer ist. Es ist schwer das für einen selbst richtige zu tun wenn man weiß, dass man damit jemand anderes schmerzen zufügt – das ist für mich einer der größten Gewissenskonflikte die es gibt, besonders wenn man beide Seiten gut kennt. Persönlich hoffe ich, dass ich das bald nicht mehr durch machen werde – was auf einen zu kommt weiß man Ende ja nie.

Bist Du für etwas dankbar? Hat dich mein Text zum überlegen angeregt? Wenn ja dann freut mich das sehr, Du kannst gerne deine Meinung kommentieren oder mir so schreiben.

Seht nicht alles als selbstverständlich an, nehmt kleine Gesten wahr und verteilt solche, besonders jetzt zum Jahresabschluss/Weihnachten. Super wichtig: Macht es nicht nur jetzt, macht es IMMER. Sagt euren Freunden dass ihr dankbar seid sie zu haben, schenkt euch gegenseitig Liebe und macht dies nicht zu besonderen Anlässen, das könnt ihr nämlich das ganze Jahr machen! ❤️

PS: Da dies vermutlich der letzte Eintrag in diesem Jahr sein wird: Danke dass ihr meinen Schmarn hier lest und mich still&heimlich begleitet. Habt schöne Feiertage egal wie Ihr sie verbringt und kommt gut in das neue Jahr!

Eure Alex

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