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das war’s dann.

vorwort: dieser beitrag wurde in mehreren nächten geschrieben, getrieben von ängsten und problemen. manches erscheint daher vielleicht, als ob es keinen logischen hintergrund gibt. wann gibts den hier überhaupt?

 

sie alle sagen

“gib bescheid, wenn du hilfe braucht”

doch keiner hört

wenn man danach schreit.

 

so ergeht es mir, immer und immer und immer wieder. vermutlich bin ich es selbst schuld. ich bin einfach nicht fähig leute direkt um hilfe zu fragen, zu sagen wenn ich sie brauche. bisher gelang mir das nur dann, wenn es fast zu spät war.

wieso? ich gehe doch so offen mit so vielem um, wieso kann ich das nicht mit mir selbst wenn es am nötigsten ist?

dazu gibt es mittlerweile unterschiedliche theorien, abhängig von der sichtweise (meiner sowie meiner bisherigen therapeuten) sowie meine stimmung, wenn ich bestimmte situationen relfektiert habe.

prägend war hier vermutlich, wie so vieles, die schulzeit. man nutzte mich aus, wusste ich fahre schnell aus der haut und attackier dann mit störungen den unterricht – was will man als schüler*in auch mehr, als unterrichtsausfall?
dass ich versucht habe was dagegen zu machen, auf andere schüler, lehrer und sogar schulleitung zugehen um dem ein zu ende setzen, brachte mir nur noch mehr probleme. man beschuldigte mich, ich würde mir nur ausreden suchen. nahm mich nicht ernst, hat mich alleine in die ecke gesetzt und mich am ende als täter dahin gestellt.

irgendwann da war wohl der punkt wo sich bei mir einbrannte: ruf nach hilfe und du bekommst nur mehr probleme.

also habe ich in mich reingfressen, alles. damit wurde es besser, naja ich bekam zumindest kein ärger mehr. gut ging es mir nicht. ich kann mich seit beginn der sechsten klasse kaum an einen morgen erinnern, an dem ich nicht mit magenschmerzen zur schule ging.

an vielen tagen brodelte es in mir und ich hatte tagträume, wie ich anderen den kopf immer und immer wieder auf den tisch schlage, mit dem stuhl eins über ziehe oder sonst was. so ging es mir… fast jeden tag… bis zur 10ten klasse/meinem abschluss.

das ganze ist diesen sommer genau 10 jahre her. ich habe mit niemanden von damals zu tun, macht mich ein bisschen traurig, wenn ich sehe das andere jetzt klassentreffen haben und sich so viel zu erzählen haben. dann kommt der schmerz von damals wieder hoch und ich denke mir “besser, dass du niemanden davon in deinem leben hast”

was ich seitdem immernoch mache: in mich reinfressen. ich habe immer öfter mit magenproblemen zu kämpfen, mache mir selbst stress und habe stress durch äußere faktoren. vermutlich steuere ich geradewegs auf einen burnout zu – und das mit mitte 20. was wünscht man sich mehr.

verlange oder gebe ich zu viel?

eine ewige frage. bisher kam niemand, wenn ich es am dringendsten gebraucht hätte. stattdessen musste ich jedesmal auf mich selbst acht geben. in der ein oder anderen tränen überströhmt und zitternd zu notstellen fahren.

und ich? ich bin schon mitten in der nacht durchs halbe land gefahren um für leute da zu sein, würde mir manche gliedmaßen rausreißen wenn es hilft.

ich weiß, man soll nicht aufwiegen. allerdings bin ich eine waage und man mag dran glauben oder nicht, aber ich habe viele der charaktereigenschaften, die einem das horoskop zuschreibt.

ich hasse es, wenn direkt vor meiner nase ungerichtigkeit herrscht und versuche dann immer irgendwie zu helfen, meist zu meinem nachteil, sei es nur zeitverlust oder weitere dinge die ich in mich reinfresse.

und ich wiege auch auf, zumindest in meinem kopf. das hat für mich erstmal keinen großen wert, allerdings habe ich oft das gefühl dass ich immer nur gebe und selten was zurück bekomme, und wenn dann nur in kleinen brocken. denke jeder kann nachvollziehen, wie beschissen man sich dann fühlt. besonder, wenn dies ein konstanter, über jahre bestehender zustand ist.

willkommen in meiner schleife: ich fresse wieder in mich rein. kann damit über keinen sprechen, will es auch nicht so wirklich aus angst. ich schäme mich dafür so zu denken, schäme mich dafür zu sagen dass ich mich verlassen fühle und gebe mir dann an allem wieder die schuld.

in meinem kopf bin ich der täter.. ich denke falsch, ich verlange zu viel… meine erwartungen sind falsch, die anderen sind richtig. ich nicht. irgenndwann dreht mein kopf, sagt ich bin das opfer, “du kannst nichts dafür, die anderen sind schuld”. oh warte, darüber kann ich mit keinem sprechen, ich schau mal in meine schleife, oh ich bin doch der täter, die anderen können nichts dafür, nur DU kannst was dafür. DU alleine bist an ALLEM schuld. und es dreht sich weiter und weiter.

kennt ihr diese teile die in zoos stehen? wo man gelstücke über einen elefanten rüssel oder ähnliches in eine trichter ähnliche form rollen lässt? es beginnt mit geringem tempo, in langen kreisen. je tiefer das geldstück kommt, umso engeo schlingen sich die bahnen und es wird immer schneller und schneller.

so fühlt sich diese spirale bei mir. irgendwann lässt sie sich nicht mehr stoppen, außer es kommt ein harter cut, oder das loch in das man anschließend fällt.

wie gelähmt

pure stille. für den moment. nach einigen sekunden das rauschen der heizung. dann das pochen des herzschlags im ohr. ich liege im bett, bin wach – glaube ich. umringt von purer dunkelheit. draußen rauscht der wind. ich fühle nichts und zeitgleich so viel. ich realisiere es, es ist einer dieser nächte. ich kann mich nicht bewegen, weiß nicht ob alles echt ist.

es macht mich panisch, ich schreie, doch es kommt kein ton. ich gebe den kampf, welchen ich unzählige male geführt und verloren habe, auf. ich liege da. wach. regungslos. taub am ganzen körper. das einzige in meinem kopf: bitte lass es das gewesen sein. bitte, lass es das letzte mal sein. gib mir die kontrolle zurück, lass mich leben.

das war’s dann

zu oft habe ich drüber nachgedacht, jetzt mache ich es einfach. in naher zukunft gibt es hier nichts neues zu dem chaos in mir selbst und meinen inneren konflikten. es interessiert ohne hin keinen. die zeit könnte ich auch besser nutzen. mit baden, oder weinen, gegeben falls auch beides zusammen – multitasking.

der blog bleibt stehen, spätestens dann wenn sich wegen der transition nochmal was tut.

bis dann, oder so.
bye.

Ein Kommentar

  1. J J

    Hey, du kennst mich nur indirekt und das muss super strange sein, aber ich habe dich durch den Blog irgendwo ins Herz geschlossen, kann zu vielem relaten und naja, fühl dich umarmt? Von dem wie du dich gibst (Ehrlichkeit, Charakter, Sichtweisen usw.) mag ich dich echt. Dafür kenne ich dich zwar echt nicht gut genug, aber mir kam so ein wenig wieder dieser Gedanke den du vlt. ja auch kennst.

    Ich wünschte, dass ich Leuten einfach manchmal wirklich sagen könnte was ich von ihnen denke, ohne dass sie es als einfaches Kompliment oder sonst was wahrnemen. Dass diese Menschen einfach in meinen Kopf schauen könnten und meine Gedanken wirklich so denken könnten wie ich es tu. Ich mag dich. Du hörst dich als Person super interessant an und ich würde gerne noch mehr wissen.

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