Die letzten Tage waren schwer für mich, der letzte Post hier ist fast 4 Monate her. Eigentlich ist das gut, denn ich schreibe meist dann wenn es mir nicht so dolle geht.
Heute versuche ich mal in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt wenn der Kopf plötzlich umswitcht und alles auf den Kopf gestellt wird, im Panikmodus, zumindest für mich.
Die Ruhe davor
Meist gehen die Tage normal los, scheinbar zumindest. Manchmal fühlt sich irgendwas anders an als sonst, aber nicht zwingend schlecht. Es ist wie ein Spaziergang im Wald, es ist schön, man hat die Kontrolle über alles, scheinbar.
Das Unbekannte
Langsam aber stetig wird die Ruhe durch rascheln unterbrochen, noch in der Ferne aber so nah dass man es hört. In dem Moment merke ich schon wie ich innerlich unruhig werde, immer wieder versuche heraus zu finden was gerade passiert und viel wichtiger: was passieren könnte.
Ich gehe schneller, aber das rascheln kommt näher und näher, am Ende versuche ich innerlich davor wegzulaufen, nicht zurück zu schauen aber entkommen kann ich nicht.
Plötzlich: Stille
Auf einmal ist alles still, kein rascheln, kein Wind in den Bäumen. Nichts. Das einzige was ich höre ist meine Atmung und das rauschen vom Blut in meinen Ohren. Egal was oder wo ich gerade bin: Alles friert ein (zum Glück ist mir das noch nie beim Autofahren passiert). Ich kann in dem Moment nichts machen, außer es hinzunehmen.
Alles zerbricht
In dem Moment wo mir klar wird, was gerade passiert ist es zu spät. Ales um mich herum wird rasend schnell, oder meine Gedankengänge einfach super langsam. Vermutlich zweiteres. Im ersten Moment ist es ein Gefühl wie Treibsand, sobald Ich versuche mich umzudrehen versinke ich jedoch nicht sondern mir reißt es den Boden unter den Füßen weg.
Jedoch Falle ich nicht, es entfernt sich nur alles von mir, langsam aber immer weiter.
Leere
So bin ich da, innerlich abgekoppelt von allem, nicht mehr in Lage mein Umfeld richtig einzuschätzen, Gefahren auszuweichen ist dann vermutlich auch nicht mehr möglich. Ich schaue mich um uns sehe nichts als Leere. Der Moment ist mit der schlimmste. Ich weiß es hört irgendwann auf, aber nie wann.
Der Knall
Wenn ich wieder raus falle aus diesem Moment, knallen alle Fragmente um mich herum schlagartig wieder zusammen. Die Druckwelle durchdringt mich, wie Nadelstiche die durch den ganzen Körper schießen und mich in die Realität zurück reißen. Es macht kurz benommen, als erstes höre ich wieder was, mit einem fiependen Unterton. Nach und nach kommt alles wieder, bis ich wieder komplett “da” bin.
Mein zittriges Ich
Wenn ich wieder da bin, bin ich es nicht. Ich brauche Zeit um mich zu sammeln. Manchmal viel Zeit. Das gefährlichste dann ist eigentlich das nächste rascheln. Ich weiß nicht wann es kommt, nur dass es kommt. Im best Fall passiert dieser Prozess einmal und dann vergeht Zeit, Tage, Wochen, Monate.
In den letzten zwei Tagen war ich jedoch gefangen in einer Schleife, bevor ich wieder zu mir gekommen bin kam das nächste rascheln. Mir entgleitet immer mehr der Kontrolle über mich selbst, davor habe ich Angst.
Angst nicht mehr Ich zu ein.
Tja, so fühlt es sich für mich an. Super grob beschrieben und nett verpackt. In Wahrheit ist es die Hölle. Ich wünsche es niemanden, nicht mal Leuten die ich nicht leiden kann.