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Denkst Du manchmal an den Tod?

Ich für meinen Teil: Ja.

Der Tod gehört zum leben

So ausgelutscht das klingt, es stimmt. Aus meiner Sicht ist es auch nicht negativ oder bedenklich sich damit auseinander zu setzen. Immerhin wird jeder von uns einmal sterben, die einen früher, die anderen später.

Ich selbst habe tatsächlich keine große Angst vor dem Tod, im Idealfall bekomme ich davon ja auch nichts mehr mit – der Gedanke des alt&hilflos sein ist das tausend mal gruseliger. Glaubt man zudem vielen Religionen, ist man nach dem Tod an einem besseren Ort, womit die Erde selbst scheinbar gar nicht so toll ist.

Ich stelle mir oft die Frage, ob es „danach“ noch etwas gibt, oder eben nicht. Beantwortet wird die Frage vermutlich erst dann, wenn es soweit ist. Womit ich mich aber definitiv beschäftigen kann: Was passiert mit mir und meinem drumherum?

Die wirklichen Opfer vom Tod…

sind die Familie, Freunde und all die Menschen die man um sich herum hat. Bestimmt wird es einige schwerer treffen als andere, aber sie sind dann eben die wahren Opfer, Sie müssen diesen Verlust verarbeiten – nicht die verstorbene Person.

An dem Punkt komme ich oft ins grübeln, wie würde wohl meine Beerdigung aussehen? Was würde mit den Leuten drumherum passieren und wer kümmert sich eigentlich um den ganzen anderen Kram, den man so im Leben hat? Vieles kann man mit einem Testament regeln (ich habe eins, seit mittlerweile 6 Jahren). Persönliche Prozesse lassen sich damit leider abfrühstücken. Vielleicht kann man dort aber ein wenig helfen.

Ich wünsche mir, wenn es dann soweit ist, verbrannt zu werden. Bevor das passiert, möchte ich aber dass jeder die Möglichkeit hat mir was mitzugeben und dies mit mir verbrannt wird. Deshalb möchte ich, dass bei meiner Trauerfreier der Sarg bemalt wird. Von den Leuten die mir etwas bedeuten.

Auch wenn es ein wenig an das malen eines Kindergeburtstages erinnert, so hoffe ich dass die Art hilft es zu verarbeiten. Dies habe ich selbst bereits bei einer Freundin machen dürfen, manche schrieben Worte zum Abschied, andere etwas was sie zusammengeschweißt hat und wiederum andere malten ihr Lieblingstier und ich hatte den Eindruck, dass es jedem geholfen hat – inklusive mir.

Die vielen Gesichter

Die oben erwähnte Freundin wählte den Suizid, ein anderer Freund starb durch einen Unfall, eine weitere Freundin durch Herzstillstand. Die Fragen sind immer nur: Wie&Wann. Ich für meinen Teil hoffe, dass es bei mir noch lange dauert und ich es schaffe gegen alles anzukämpfen, allerdings passieren manchmal auch unerwartet Sachen, auf die man sich einfach nicht vorbereiten kann.

Dessen bin ich mir bewusst, ich lasse mich davon aber nicht abhalten zu Leben. Allerdings bin ich mittlerweile darauf aus, mich nie im Streit von jemanden zu verabschieden, besonders nicht von meiner Familie. Ich will nicht, dass die letzte gemeinsame Erinnerung eine ist, die von Wut überschattet wurde, wegen vermutlich nichts.

Dies ist kein Abschiedsbrief

Bevor Leute panisch werden: Mir geht es soweit ganz okay, keine Panik. Sollte es bei dir aber anders aussehen: Im Notfall gibt es immer Hilfe:

Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h)

116 123 (rk.)
0800 – 111 0 111 (ev.)
0800 – 111 0 222 (rk.)
0800 – 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

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